Highlands, Whiskey & Schafe

Eine stürmische Woche in Schottland 2017

Heute, Sonntag der 18. Juni 2017, heißt es zeitig aufstehen, denn um 3:45 Uhr startet der Bus nach Tegel. 26 Mitglieder und Kunden werden mit Reiseleiter Jan  Meese nach Schottland reisen. Whisky, Landschaften und natürlich viele verschiede  Castle stehen auf dem Programm.

Gegen Mittag erreichen wir den Flughafen Edingburg und auf geht's zu den Kelpies, zwei überdimensionalen Pfedeköpfe am Zusammenfluss der Kanäle von Forth und Clyde. Wirklich beeindruckend wie die Pferde früher an den Schleusen arbeiteten und welch ein Meisterwerk, das heute daran erinnert! Über 30 m hoch erscheinen plötzlich die Köpfe aus Stahl mit je 300 t Gewicht am Rande der Autobahn.

Weiter zum Falkirk Wheel einem sagenhaften Schiffshebewerk was der Region die Touristen bringt und eine weltweit einmalige Spitzenkonstruktion ist. Der Ort Falkirk ist wirklich eine Reise wert!

Dann hieß es einchecken im Hotel. Das erste pint lager wartete bereits auf uns, wie auch unser Drei-Gänge-Menü am Abend.

Am Montag fuhren wir nach Edingburgh, der Hauptstadt Schottlands mit 490.000 Einwohnern. Banken, Touristen und allerlei historische Sehenswürdigkeiten warteten auf uns. Unser erstes Ziel war die Festung des Dun Eidyn, nach der die Stadt benannt ist. Ein tolles Castle mit den schottischen Kronjuwelen und dem berühmten Stone of Destiny, dem geschichtsträchtigen Symbol der schottischen Monarchie. Der 13 Uhr Kanonenschuss war ein Highlight im Castle bevor wir in die Stadt zogen. Neben shoppen genoss der eine oder andere im Dickens House einen scone mit clotted cream und jam bei einer Tasse Kaffee.

Der Dienstag begann mit einem traditionellen schottischen Frühstück, bestehend aus Roten Bohnen, Black Pudding, Haggis, Schinken, einem Siegelei, einer Schinkenwurst, gebratenen Pilzen und einer geschmorten Tomate. Dazu wird Toast gereicht. Pünktlich 8 Uhr geht es anschließend nach Glasgow, der größte Stadt Schottlands mit 600.000 Einwohnern, auch Stadt aus rotem Sandstein genannt.

In einem kleinen Örtchen Aberfoyle  besichtigten wir das Scottisch Wool Center. Auf dem Gelände wurden uns die verschiedenen Schafarten erläutert. Der Schäfer und sein Bordercollie Hündin demonstrierten, dass sie ein eingespieltes Team sind. Lediglich die Laufenten hatten das Nachsehen.

In Glasgow angekommen besichtigen wir die Innenstadt via Bus. Darunter auch die 1471 erbaute Kathedrale des heiligen Mungo besichtigten wir.

Mittwoch reisten wir nach Sterling, auch "Stadt der Kämpfe" oder "Ort des Streites“ genannt, was auf halben Weg zwischen Edinburgh und Glasgow liegt. Die Stadt gilt als Tor in die Highlands. An den Ufern des Forth befindet sich die 33.000 Einwohnerstadt. Die Stadt war Sitz der schottischen Könige vom 13. bis 15. Jahrhundert. William the Wallace gewann hier die Schlacht 1297 gegen die Engländer. Hoch oben auf dem Berg thront daher das William Wallace Monument mit 64 m Höhe. Wir besichtigten das Sterling Castle - eine sehr gut erhaltene Burg, auf einem erloschenen Vulkanfelsen, welche vom 11. Jh. bis 1685 Königsresidenz war. Maria Stuart, schottische Königin von 1542 – 1562, ist in den Gemäuern der Burg geboren und wurde im Alter von 9 Monaten hier gekrönt.

Weiter ging es auf der Autobahn A9 gen Norden zum Cairngorm Nationalpark und hatten in Pitlochry einen Fotostopp, einem idyllischen Örtchen mit vielen Cafés und Einkaufsmöglichkeiten. Vorbei an Inverness war Elgin nämlich heute unser Ziel wo wir das nächste Hotel bezogen.

Am Donnerstag fuhren wir nach Inverness. Inver = Mündung und Ness = der Fluss, so dass auch dieser Name für uns eine Bedeutung bekam. Die Stadt ist die Hauptstadt der Highlands und der direkt Zugang zur Nordsee. Und auch in dieser Gegend kämpften in der Vergangenheit die Schotten gegen die Engländer. Der berühmteste Ort ist das Moor von Culloden, wo heute noch rote und blaue Fahnen stehen dort, wo einst die Fronten aufeinander trafen und in weniger als einer Stunde. die Schotten besiegt wurden. Danach wurden viele schottische Kulturbräuche verboten, wie die gälische Sprache, der Schottenrock oder das Dudelsack spielen. Viele Schotten verließen danach das Land und wanderten aus nach Amerika und  Australien aus, so dass man heute Städte wie Perth, Edinburg oder Dundee mehrmals findet. Die Familiennamen wie McDonalds oder McKensey sind in der ganzen Welt weit verbreitet sind. Wir erfuhren dass das Mc im Namen nichts anderes als „Sohn der Familie“ bedeutet.

In Inverness lernten wir, dass der Schottenrock aus mindestens sieben laufenden Metern gewebter Wolle besteht und dass jeder Clan sein eigenes Muster hat. Je farbenfroher und eleganter das Muster war, desto höher war der Reichtum des Clans. In der Stadt sahen wir immer wieder Dudelsackspieler in schottischer Tracht, die aus den neun möglichen verschiedenen Tönen tolle folkloristische Musik spielten und sich das eine oder andere Pfund Sterling verdienten.

Auf zum Loch Ness, dem See Ness in dem das Ungeheuer Nessi zu Hause sein soll. An der Erdspalte der tektonischen Platten ist der See gemessen bis zu 325 Meter tief. Niemand weiß genau wie der Boden aussieht, kaum einer hat Nessie je gesehen. Wir besichtigten das wundervolle Urquhart Castle von 1230, eine ganz beeindruckende Anlage, auch wenn nur noch die Ruinen erhalten sind.

Freitagmorgen, den 23. Juni, besichtigten wir die Ruine der Kathedrale in Elgin, Sie wurde die Leuchte des Nordens genannt und erinnerte uns an St. Marien in Prenzlau, nur noch ein wenig größer. Der Turm war noch zu besteigen und man hatte anschließend einen herrlichen Blick über die Stadt.

Einer der Höhepunkte der Reise war der Besuch der Whisky Brennerei Glen Grant. Wir erfuhren wie das Lebenswasser in vier Schritten hergestellt wird, dass es der Exportartikel Nummer 1 in Schottland ist und heute 124 Distillerien die edlen Tropfen produzieren. Täglich werden 4 Mio. Flaschen produziert und in die ganze Welt verschifft, da 90 % davon für den Export sind. 250 Mio. Liter pro Jahr und über 3 Mrd. £ Umsatz! Natürlich war am Ende der Tour in der Brennerei eine Verkostung angesagt und der eine oder andere kaufte sich eine Flasche zur Erinnerung.

Das Cawdor Castle stand am Nachmittag auf dem Programm, eine Burg auf der  Shakespeares Macbeth ermordet wurde. Eine Parkanlage und Gärten gehörten zum Schloss, die das Herz des einen oder anderen Blumenliebhaber höher schlagen ließ. Ein Geburtstagskind unserer Gruppe überraschten wir am Abend mit Prosecco und einer Schokoladentorte.

Am letzten Tag der Reise hielten wir bei Deans am Produktionsbetrieb und konnten günstig Shortbread - das schottische Mürbeteiggebäck kaufen.

Weiter fuhren wir nach Süden in die graue Granitstadt Aberdeen mit 220.000 Einwohnern am Ufer der Dee und Don. Und weil "Aber" auf gälisch Zusammentreffen zweier Flüsse heißt, heißt Aberdeen heute AberDeeN.

In Aberdeen hatten wir Zeit zum Mittag essen und um einen ersten Eindruck der Stadt zu erhalten. Tolle Gebäude aus grauem Granit glänzten und glitzerten im Sonnenlicht.

Die beste Aussicht hatten wir an der Ostküste Schottlands auf das Dunnotar Castle, ganz in der Nähe von Stoneheaven. Mitten im Meer standen auf dem Felsen die Ruinen aus längst vergangenen Zeiten. Eines der schönsten Fotomotive der Reise. Sonnenstrahlen belohnten uns auch an diesem Tag mit zauberhaften Aussichten.

Das letzte Castle auf unsere Reise war das Glamis Castle. Queen Mum verbrachte hier ihre Kindheit.

Der letzte Abend war noch einmal der schottischen Kultur gewidmet. Ein Gitarrist spielte uns traditionelle Melodien zum Träumen und Tanzen. Zwei schottische Mädchen führten uns dazu schottische Folklore Tänze vor. Die Reise fand bei einem kühlen pint lager und einem Whisky einen gelungenen Abschluss.

Am Sonntag hieß es schließlich schweren Herzens Heimreise. Gegen 21 Uhr erreichten wir Prenzlau in der Uckermark.

Alle Reisenden waren von der Reise begeistert und fanden das Programm gut zusammengestellt. Die ersten Wünsche auf eine zweite Schottlandreise wurden bereits bei der Rückreise gestellt, da das Land noch viel mehr zu bieten hat und einige Lust bekamen mehr von dem interessanten Land zu erfahren.